Kreatives Schreiben

 

Das Schreiben ist inzwischen zu meinem größten Hobby geworden. Früher habe ich "nur" Tagebücher und Briefe geschrieben, ab und zu auch mal eine Geschichte. Seit ich mehr schreibe, mehr Zeit investiere und immer Neues ausprobiere, kann ich mir nicht mehr vorstellen, ohne dieses Hobby zu sein. Es ist immer wieder faszinierend, wie längere Geschichten ein Eigenleben entwickeln. Manchmal enden sie ganz anders, als vorher gedacht.

Schreiben macht Spaß, schreiben entspannt, schreiben ist kreativ. Ganz besonderen Spaß macht es natürlich, seinen eigenen Text irgendwo veröffentlicht zu sehen. Ich freue mich noch immer wie verrückt, wenn wieder eine Zeitung in meinem Kasten ist mit einem meiner Texte.

 

Hier Meinungen von anderen, wie sie über das Schreiben denken:

 

Yoro:

 

Dies hier ist nicht etwa eine Anleitung, wie man Abenteuergeschichten verfaßt. Es geht vielmehr um das Abenteuer, welches man jedes Mal aufs Neue antritt, wenn man darangeht, etwas zu Papier zu bringen.
Das auch wirklich so empfinden zu können, erfordert etwas Übung, aber es gibt eigentlich nur einen Weg: Man muß schreiben.

Damit ist nicht die Art von Schreiben gemeint, die es lediglich darauf anlegt, eine schnelle Mark (oder in unserem Fall ein paar schnelle Hitmiles) zu machen.
Um das 'Abenteuer Schreiben' als solches erleben zu können, darf man sich keine Gedanken über mögliche Gewinne machen.
Ein guter Schriftsteller geht auch nicht unter der Voraussetzung, wie viel Kohle ihm sein nächstes Buch wohl einbringt, an ein neues Projekt heran. Sollte er zumindest nicht. Oft genug ist er trotzdem dazu gezwungen, weil er unter Termindruck steht, die Miete bezahlt werden muß etc.
Doch Büchern, die unter solchem Druck entstanden sind, merkt man das nicht selten auch an.

Was viele nicht wissen und sich total falsche Vorstellungen davon machen: Schreiben als Beruf ist ein knochenharter Job und nur wenige schaffen es, ausschließlich davon zu leben, geschweige denn, GUT leben zu können. Doch darum soll es hier gar nicht weiter gehen.

Aber worum dann?
Stellen wir zunächst einmal die Frage, warum wir überhaupt schreiben.
Wir lernen bereits in der Grundschule, wie man Aufsätze verfasst und an diesem Punkt scheiden sich die Geister.
Dem einen wird so etwas gut liegen und Spaß machen, dem anderen weniger. Und während ersterer staunend entdeckt, welche Macht und welch unermessliche Welten sich hinter dem geschriebenen Wort verbergen, wird letzterer dazu keinen so rechten Zugang finden und sich vielleicht ein anderes Medium suchen, sich selbst auszudrücken.

Die nächste Station für jeden, der eine Eintrittskarte in die Zauberwelt des Schreibens ergattert hat, bedeutet: Er probiert selbst einmal, seinen eigenen Gedanken in geschriebener Form Ausdruck zu geben, meistens in Form eines Tagebuchs.
Dabei wird er zwei Dinge feststellen:
Zum ersten, dass es gar nicht so einfach ist, die richtigen Worte zu finden, um eine Tatsache, ein Erlebnis oder auch ein Gefühl treffend wiederzugeben.
Zum zweiten, dass es ungeheuer hilfreich sein kann, alles, was einen bewegt, auf diese Art festzuhalten.

Etwas aufzuschreiben bringt Ordnung in einen Gedankenwust, lässt einen Probleme und mögliche Lösungen besser erkennen und ist ein Ventil für Gefühle, mit denen man manchmal gar nicht weiß, wohin.

Viele lassen es dabei bewenden und sind glücklich damit. Gut.
Doch einem Teil davon wird das nicht genügen, sie wollen mehr. Sie möchten weiter in diese Zauberwelt eindringen und zwar nicht nur passiv als Leser aller Arten von Literatur, sie möchten aktiv daran teilnehmen - und andere daran teilhaben lassen.

Und das sind diejenigen, um die es hier geht: Diejenigen, die nicht nur das Lesen sondern auch das Schreiben als Abenteuer empfinden können, die wahren Schriftsteller.

Die gängige Definition eines solchen ist wohl: Jemand, der mit seinem Geschriebenen Geld verdient.
Das stimmt nur zum Teil. Ein Schriftsteller ist jemand, der schreibt. Dabei ist es gar nicht so relevant, ob er veröffentlicht wird oder nicht. (Man könnte auch sagen, der eine ist Profi, der andere nur Amateur aber das ist hier auch nicht so wichtig).

Ein 'echter' Schriftsteller schreibt, weil er sonst nicht weiß, wie er seine Erlebnisse bewältigen soll, weil er so am besten seiner Seele Ausdruck geben kann, weil er auf diese Weise wunderbare Phantasiewelten erschaffen kann - die Gründe sind unendlich vielfältig. Doch er schreibt, weil er schreiben muß.
Etwas in ihm drängt ihn dazu, es wächst eine Geschichte in ihm heran, die hinauswill.

Und hier beginnt das, was ich das 'Abenteuer Schreiben' nenne.

Klar, wenn man etwas schreiben möchte, hat man eine mehr oder weniger genaue Vorstellung davon, wie das Geschriebene am Ende aussehen soll.
Bei längeren Werken erstellt man vorher ein Konzept, so eine Art Gerüst mit markanten Eckpunkten, an denen die Geschichte vorbeikommen muß. Soll die Sache etwas kürzer werden (hier hinein fällt auch ein Großteil unserer Hitwin - Beiträge), kann man, mit einer Idee im Kopf, einfach drauflosschreiben.

Doch egal ob wochenlange Planung oder einfach drauflos, sobald man mit der Schreiberei anfängt, schlägt das Abenteuer zu.

Sehr viele von euch werden es bemerkt haben: Man fängt an zu schreiben und plötzlich entwickelt das Ganze eine Art Eigenleben.
Auf einmal findet man Ideen und Gedanken darin wieder, von denen man vorher gar nicht geahnt hat, dass sie existieren.
Oder man möchte dem Geschriebenen eine bestimmte Richtung geben und landet plötzlich ganz woanders.

Manchmal kann das ganz schön lästig sein, besonders, wenn man einen nüchternen, sachlichen Text verfassen möchte. Doch meistens sind die neuen Ideen, die während des Schreibens auftauchen, auch in irgendeiner Form verwertbar.

Auf dem Gebiet der Prosa ist diese Eigendynamik jedoch ein wahres Geschenk. Voller Staunen und Spannung kann man sich selbst dabei zusehen, welche Wege die eigene Phantasie als nächstes einschlägt, welche Szenarien sie entwirft und welche Charaktereigenschaften die Mitwirkenden der Geschichte plötzlich entwickeln.
Oder auch beim Verfassen von Gedichten, wie faszinierend kann es sein zu sehen, welche Worte unsere Seele findet, um eine bestimmte Stimmung wiederzugeben ...

Das Schöne an selbsterfundenen Geschichten ist, dass einem als Autor keinerlei Grenzen gesetzt sind. Man bestimmt selbst, was falsch und was richtig ist, kann sich eigene logische Gebäude errichten, die nach eigenen Gesetzen funktionieren, kann sich ein eigenes Paradies erschaffen - und eine eigene Hölle.
Und meistens ahnt man vorher gar nicht, was da alles auf einen zukommt.

Tolle Sache, oder?
Was braucht man die 478. Folge der 'Lindenstraße', wenn man das selber viel besser kann?

Kann aber nicht jeder, werdet ihr jetzt sagen. Stimmt.
Ein gewisses Talent muß man schon mitbringen doch ich behaupte jetzt mal, dass jeder, der ein Interesse daran hat, das über die 'schnelle Hitmile' hinausgeht, über ein solches Talent bereits verfügt.
Die einen mehr, die anderen weniger, doch damit allein ist es leider nicht getan.
Genau wie ein Musiker regelmäßig üben muß, um gute Leistungen abzuliefern, muß ein Schriftsteller das auch: Indem er viel liest und noch mehr schreibt.

Und wie ein Gitarrist erst mühsam seine Griffe erlernen muß, muß sich auch ein Schriftsteller sein Handwerkszeug erst mal aneignen.
Das bedeutet in erster Linie (obwohl mir hier des öfteren angekreidet wird, dass man das nicht überbewerten soll) der richtige Umgang mit Rechtschreibung und Grammatik.
Genau wie ein ständig versauter F-Dur-Akkord beim Konzertpublikum auf die Dauer nicht so gut ankommt, stört eine haarsträubende Grammatik nebst unzähliger Rechtschreibfehler beim Lesen genauso.
Ich halte nichts davon, jeden Fehler akribisch aufzulisten, doch wer meint, auch einer größeren Leserschaft etwas zu sagen bzw. zu schreiben zu haben, von dem kann man verlangen, dass er seine Gedanken vorher sammelt und sie in verständlicher Form von sich gibt, also zumindest die Basics beherrscht.

Aber auch das ist größtenteils Übung, genau wie ein guter Schreibstil, der sich mit der Zeit von alleine entwickelt.

Etwas selbst Geschriebenes zu veröffentlichen, und sei es nur hier bei Hitwin, bedeutet, der Menschheit ein Geschenk zu machen. Man offenbart damit einen Einblick in seine Persönlichkeit, lässt andere an seinen Gedankengängen teilhaben oder nimmt sie mit in die einzigartige Zauberwelt der eigenen Phantasie.
Ein einmal geschriebenes Wort ist unvergänglich und kann noch Jahrhunderte später genauso gelesen werden, wie im Moment seiner Entstehung.

Und egal ob Indiana Jones oder Lieschen Müller, das Abenteuer lauert überall. Es kommt nur drauf an, was man draus macht.

In diesem Sinne wünsche ich euch spannende Stunden auf euren Expeditionen in die Phantasie - traut euch einfach!
 
 
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